Piraten beim Poetry Slam

Heute durften wir — als Einheizer und außer der Konkurrenz — beim Poetry Slam im Wedeler BWC mitmachen. Mit einem kurzen Einleitungstext darüber, wie man als Eltern auf die Gretchenfrage der Kindererziehung („Papa, gibt es eigentlich den Weihanchtsmann?“) antworten sollte, wollten wir dem erwachsenen Publikum den Besuch eines Weihnachtsmärchens schmackhaft machen.

Zum Abschluss gab es den Weihnachtsmann-Rap vorgetragen als lyrischen Text, und dann konnten wir die übrigens qualitativ hervorragenden Beiträge der Wettkampfteilnehmer anhören, mit denen um die traditionelle Trophäe, den „Wedel-Schädel“ gerungen wurde.

Respect the poet! Hisst die Anker! Arrh!

In Szene geknipst

Anlässlich der Vorbereitungen für die Pressemitteilung haben wir heute mal ein paar Probenfotos geschossen. Nur teilweise kostümiert und in einem komplett anderen Bühnenbild, aber was soll’s. Anschließend gingen bereits die ersten Bestellungen für das „Captain-Seadragon“-T-Shirt ein.

Ich kleb’s an jede Wand!

Die Plakate sind im Druck und werden in Kürze Wedel, Hamburg und den Erdenball schmücken. Es gab noch ein kurzes Hin- und Her, ob man das gefährliche M-Wort („Musical“) verwenden sollte, wir haben uns dann dagegen entschieden. Und so sieddas aus:

piraten_plakat

Dem Regissör ist nichts zu schwör

So, das Textbuch ist ja bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig, und nun beobachte ich voller Spannung, wie unser Regisseur Fritz den Worten Leben einhaucht. Denn wenngleich ich schon eine gewisse Vorstellung habe, was auf der Bühne geschehen könnte, fällt mir auf, dass ich an eine Winzigkeit noch gar nicht gedacht habe: Bewegung. Soweit es nach meinem Textbuch geht, stehen zehn Personen eineinhalb Stunden auf der Bühne herum und sagen Wörter. Glücklicherweise wurde mir bereits zu verstehen gegeben, dass das Bühnengeschehen nicht meine Sorge sein soll. Deutlicher noch: „Ab jetzt ist jemand anderes der Scheff.“ Passenderweise liegen die Probentermine meist an Tagen, zu denen ich keine Zeit habe. Beruhigt vermute ich Absicht dahinter, und wende meine Aufmerksamkeit den noch unvollständigen Songs und Übergängen zu.

Jeden Mittwoch abend sehe ich mir den Fortschritt an. Langsam bekomme ich ein Bild vom Raum auf der Bühne — ich habe zwischendurch kurz die Orientierung verloren, weil mittlerweile mein gedankliches Bühnenbild um 90° gedreht wurde — genial, wie ich finden muss, da das Publikum nun in Fahrtrichtung des Schiffes sitzt und quasi automatisch angespielt wird.

Kevin-Eberhard, oder: Nomen est Omen

Befindet sich ein Kind im Bauche der Mutter, wird ihm meist ein spontaner, unverbindlicher Projektname gegeben. So firmierte unsere Tochter – in Anspielung auf das Zweitgeborene – unter „Zwosimir“.

Irgendwann im Kreißsaal wird es dann ernst, und der echte, wirkliche, auf Urkunden dokumentierte und gut hinterherbrüllbare Rufname muss her.

So auch bei unserem Theaterstück. Es war irgendwie immer klar, dass der spontan vergebene, zugegebenermaßen extrem catchige „Unter aller Kanone“ noch einmal einer Überprüfung standhalten musste. Immerhin hat er ja so rein gar nichts mit der Handlung zu tun, und birgt zumindest die Gefahr in sich, als Überschrift bei Zeitungsrezensionen für die Bewertung gehalten zu werden. Also wurde „Unter aller Kanone“ abgewogen, verworfen, wieder aus dem Müll gefischt, und wieder verworfen.

Wir präsentieren stolz den echten, wirklichen, auf Plakaten dokumentierbaren und gut hinterherbrüllbaren Rufnamen:

„Piraten im Weihnachtsstress“

„Ehm, echt jetzt?“, höre ich den einen oder anderen sagen. Ja, es klingt zwar ein wenig nach 70er-Jahre-Komikklamotte, ist aber ein – finde ich – anständiger Kompromiss zwischen Kinderbuchtitel und Kabarettprogramm, und trifft zudem Handlung recht gut.

Also, auf in den Weihnachtsstress! Arrh!

Angrillen

Der Startschuss für die Probensaison beginnt am Grill. Die Schauspieler erhalten neben reichlich Grillgut ihr persönliches Exemplar des Textbuches. Spontan entscheidet man sich, ausgerechnet die noch nicht geschriebene obligatorische Fechtszene schon einmal vorzuchoreographieren. Nun denn, zu den Waffen!

kampf-ums-grillgut

Kasse Dich furz.

fassedichkurz

Es ist eine Binsenweisheit, dass das Erstellen eines Textbuches aus einem einfachen Teil und einem schweren besteht. Der einfache ist das Schreiben. Der schwere ist das Umschreiben.

Der einfache Teil ist vorletzte Woche beendet worden: es gibt ein komplettes Textbuch. Mit einer famosen Story, überraschenden Wendungen, sorgfältig ausgearbeiteten Charakteren, raffiniert verwobenen Handlungssträngen und vielen wunderbaren Songs.

Mit anderen Worten: viel zu lang, viel zu kompliziert zu verstehen, und viel zu schwer zu spielen. Ein ganz normales Textbuch am Ende des Teil eins, also.

Die letzten beiden Wochen bestanden also aus brutalem Kürzen, Streichen und Vereinfachen von Handlung, Szenen, Dialogen und Songs. Da dies ein schmerzhafter Prozess ist, bediene ich mich einer Technik, die ich vom Songschreiben her kenne: zunächst völlig emotionslos eine passende Grundstruktur definieren, dann alles rigoros aus dem Text entfernen, das nicht unbedingt für diese Struktur notwendig ist. Und zwar so lange, bis die notwendige Einfachheit und Zeitdauer erreicht ist.  Ein, zwei Tage sacken lassen, und dann die wirklich schönen Textpassagen so kompakt wie möglich wieder einarbeiten. Mit etwas Glück kommt am Ende ein viel schöneres Textbuch raus, obwohl (oder gerade weil) es eine halbe Stunde kürzer ist.

Und die Passagen, Personen und Songs, um die es wirklich schade ist, werden in einer „Szenenhalde“ aufbewahrt. Wer weiß, vielleicht gibt’s ja einen Director’s Cut. Oder einen zweiten Teil. Oder ein Hörspiel. Oder einen Hollywood-Blockbuster. Man wird ja träumen dürfen.

Bild: „Fassdichkurz“ von Richardfabi aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Das Shooting vom Shooting

Heute ist Fototermin für einen Plakatentwurf. Ich habe mich entschieden, insgesamt mit dem Ankündigungstext und den Bildmotiven schon ein bisschen von der Handlung zu „spoilern“. Also, jetzt wisst ihr’s: der Weihnachtsmann ist in Wirklichkeit ein Pirat. Zumindest in der Phantasie eines kleinen Jungen.

Statt etwas Abstraktem (es handelt sich ja um ein Stück für Kinder) möchte ich den Piratenweihnachtsmann auf seinem Schiff auf dem Plakat haben. Für eine spielerische Darstellung bietet sich mein Playmobil-Schiff aus den 70er-Jahren an, ergänzt um eine Custom-Figur:

shootingshooting

Noch ein wenig photoshoppen, und so haben wir ein vorläufiges Motiv auf der Festplatte:

weissbart-test-3

Auf die Idee zu diesem Motiv kam ich beim Durchblättern eines alten Fotoalbums, als ich mein (damals) neues Kameraobjektiv für Makroaufnahmen ausprobierte, und zufällig mein Sohn durchs Bild lief:

der-kapitaen