Der Weihnachtsmann geht von Bord

Zum letzten Mal durfte sich heute Tobi inmitten des Einkaufszentrums auf große Fahrt mit dem Weihnachtsmann begeben, zum letzten Mal seinem Superhelden Captain Seadragon und dessen Plasmaharpune „in echt“ über der Reling hängen sehen. Zum letzten Mal zitterte der sonst furchtlose Piratenkapitän vor seiner MUTTI, zauberte der Vier-Sterne-Schiffkoch Jean-Jacques seinen „Schiffszwieback Hawaii“, zeigte sich die Queen amüsiert und bedauerte ihr Butler Mortimer das schlechte Abschneiden der englischen Fußballnationalmannschaft bei der WM. Zum letzten Mal versank die königliche BRITANNIA zwischen den Wracks der PAJERO und der stolzen CAYENNE, und zum letzten Mal verabschiedete sich die „Königin der Welt“ mit Schlauchboot und Außenborder vom Publikum im ausverkauften Theater.

Die Dernière: Es ist schon komisch, die monatelang aufgesagten Sätze irgendwann zum letzten Male zu bringen, die Technik abzubauen und eine leere schwarze Bühne zu hinterlassen.

Versüßt haben wir uns den Abend mit einer ansgedehnten Dernièrenfeier im Theaterfoyer. Gutes Essen, rührende Reden, schöne Andenken und sogar ein kleines weihnachtliches Theaterstück! Und — weil wir die „Piraten“ ja heute erst zweimal gespielt haben — gab es gleich noch einmal die Videoaufzeichnung der Erwachsenenvorstellung hinterher.

piratenfernsehen

Ja, wir werden dieses Projekt bestimmt nicht vergessen, und den Weihnachtsmann und seine Crew noch ordentlich vermissen.

Und ich schließe diesen Blog zunächst ab, denn, wie Käpt’n Weißbart sagt: „Unser Abenteuer ist zuende.“

Und: „Ich hatte noch nie so viel Spaß bei den Weihnachtsvorbereitungen wie mit Euch Chaoten.“

Tschüß!

Arrrrh!

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FSK 18

Nicht nur Käpt’n Weißbarts „weihnachtliche Online-Bestellung über 80 Milliarden Euro“ ist eine schöne Tradition; auch die traditionelle Erwachsenenvorstellung beim Wedeler Weihnachtsmärchen ist immer wieder ein unvergleichliches Erlebnis.

Captain Seadragon: leicht verschusselt, aber schwer bewaffnet. Foto: Hans Kall

Das Besondere an dieser Vorstellung ist erstens die Uhrzeit (21 Uhr), zweitens die komplette Abwesenheit von Kindern (das Durchschnittsalter der Besucher liegt hier bei ca. 45 Jahren) und drittens die Möglichkeit des Verzehrs stark alkoholischer Getränke bereits vor Vorstellungsbeginn. Außerdem ist sie bereits Wochen vorher ausverkauft.

Üblicherweise wird diese Vorstellung mit zotigem Erwachsenenhumor gewürzt. Da dies in Anwesenheit der Königin von England natürlich nicht geht, haben wir stattdessen die Chance genutzt, einige Outtakes wieder in das Stück einzuflechten. Denn für Kinder sind die 80 Minuten Aufführungsdauer schon an der Grenze, Erwachsene können ein paar Minuten mehr vertragen.

Für uns war es eine Wonne — alle waren in Topform, jeder Witz hat gezündet, es wurde mitgesungen, und spätestens beim Auftritt von Captain Seadragon hat der Saal gebebt.

Und auch die Schauspieler wurden von der Leine gelassen: endlich durfte auf der Bühne nach Herzenslust gebrüllt, gemotzt und geheult werden, ohne die Angst, hundert Kinder zu verstören.

Die Aftershowparty ging noch ein paar Stunden. Morgen müssen wir wieder ran — dann aber wieder vor Kindern! Hoffentlich gelingt es uns, in den Kindermodus umzuschalten, denn sonst verfüttert uns Mutti AN DIE HAIE!!!

Update: Von dieser Vorstellung existiert eine Videoaufnahme.

Skandal! Völlig unerwartet: Kinder im Kindertheater!

Nachdem wir wochen(end-)lang vor einer beruhigend ausgeglichenen Erwachsenenquote unser Kinderstück vorspielen konnten, traf diese Woche der Ernstfall ein: zwei Zusatzvorstellungen exklusiv für einen Kindergarten und eine Schule. Wir waren nervös: würde das knapp 80-minütige Stück der gottgegebenen endlichen Geduld der teils sehr jungen Zuschauerschar standhalten? Und wird es der Musik gelingen, gegen den Lärmpegel eines Kindergartens anzukommen?

kinderschar
Weihnachtsmützen und Schnippsmeldungen am Ende der Kindervorstellung

Kurz gesagt: ja, und ja. Die Kinder waren top und fühlten sich offenbar bestens unterhalten. Und die Schauspieler ließen sich auch von den wohlgemeinten Ratschlägen und Schnippsmeldungen aus dem Zuschauerraum nicht aus dem Konzept bringen. Die etwas emotionaleren Dialoge (Der Auftritt MUTTIs oder das Ende des Geduldsfadens des Weihnachtsmanns) wurden schauspielerisch etwas abgemildert, aber sonst: alles wie gehabt.

Das Stück scheint also auch trotz seines vergleichsweise sehr umfangreichen Textbuches auch von kleineren Kindern gut aufgenommen werden zu können.

Ganz besonders haben wir uns gefreut, dass die vielen — teils schwerbehinderten — Kinder der Heideweg-Schule sagenhaft gut in Stimmung waren, und ihre Erlebnisse auf ihrer Homepage teilen.

Das freut auch den Weihnachtsmann. Denn, wie er im Stück zu Tobi und der Queen sagt: „Also, ich hab mehr Angst vor achtzig Millionen pampigen Kindern als vor ein paar schäbigen Kriegsschiffen!“

Premieräääää!

Nach etwa einem Jahr Arbeit ist es also so weit: die schrille Theaterklingel dröhnt drei mal, das Saallicht geht aus und vor einem gut gefüllten Saal geraten die Piraten in Weihnachtsstress. Ein quicklebendiger Tobi, ein extrem piratiger Weihnachtsmann, sein gestresster Steuermann Lametta, eine furchteinflößende MUTTI, eine pikierte Königin von England nebst ihrem Vollgentleman-Butler Mortimer, und natürlich der leicht verschusselte Action-Superheld Captain Seadragon brachten sich textbuchgemäß 80 Minuten lang gegenseitig in Bredouille. Und Navi ging es am Ende auch wieder gut!

eintrittskarte

Einige der anwesenden Kinder hatten sich bereits mit Captain-Seadragon-Fan-T-Shirts eingedeckt (die der großartige Dirk für uns erstellt hat — herzlichen Dank!) und zollten ihrem leicht verbrauchten Held den verdienten Respekt.

seadragon-fanclub

Alles lief soweit glatt, selbst die noch weitgehend unerprobte Audio-/Videotechnik machte mit. Aber das wichtigste: tatsächlich kam die verschrobene Story bei Kindern wie Erwachsenen an.

Was für ein Moment, wenn der Vorhang am Ende fällt und die ganze Anspannung eines Jahres (zunächst) abfällt!

Nun sind wir gespannt auf die Reaktionen der hiesigen Zeitungen…

Seeleute im Grünen

Am Wochenende war Videodreh für den Seemannchor, der bei einigen Songs auf die Bühne projiziert wird. Gleichzeitig war das unser erster Versuch, das Greenscreen-Verfahren beim Videodrehen auszuprobieren. Wir drehen also den Chor vor einer grünen Wand, und können dann später den Hintergrund austauschen. Das funktioniert selbst mit dem vergleichsweise günstigen Premiere Elements ganz hervorragend.

So blieb dann unserem Seemannschor der Videodreh bei Sturm in der Deutschen Bucht (links) erspart, stattdessen saßen sie warm auf der Bühne (rechts).

gruenchor

Update Januar 2016: Zwei der Seemannschor-Videos wurden in Trailern verwurstet, bitteschön: