Harte Woche letzte Woche!

Die Woche vor der Premiere war sehr intensiv: Sonntag eine mehrstündige Technikprobe, und dann wurde von Montag bis Donnerstag jeden Abend weiter am Stück geschliffen. Da wir wegen einer parallelen Produktion erst sehr spät im Bühnenbild proben konnten, musste dies also um so schneller gehen. Und der Erfolg: an der Generalprobe hatten wir eigentlich gar nicht mehr wirklich etwas auszusetzen. Ein paar Übergänge hakelten noch, wurden aber schnell geklärt; und nach gefühlten hundert Überarbeitungen der Cue-Liste für die Musik- und Video-Einsätze ist das Timing dort nun auch perfekt. Die Premiere kann kommen!

Anbei ein Bild von meinem Arbeitsplatz.

arbeitsplatz

Seeleute im Grünen

Am Wochenende war Videodreh für den Seemannchor, der bei einigen Songs auf die Bühne projiziert wird. Gleichzeitig war das unser erster Versuch, das Greenscreen-Verfahren beim Videodrehen auszuprobieren. Wir drehen also den Chor vor einer grünen Wand, und können dann später den Hintergrund austauschen. Das funktioniert selbst mit dem vergleichsweise günstigen Premiere Elements ganz hervorragend.

So blieb dann unserem Seemannschor der Videodreh bei Sturm in der Deutschen Bucht (links) erspart, stattdessen saßen sie warm auf der Bühne (rechts).

gruenchor

Update Januar 2016: Zwei der Seemannschor-Videos wurden in Trailern verwurstet, bitteschön:

Cue Player Shootout

In unserem Theaterstück werden einige Musikstücke komplett live gespielt werden, die sehr unterschiedlichen Stile der Musiken würden aber so viele Musiker erfordern, dass Platz, Budget und Auslastung einfach nicht zusammenpassen. Ich bin nun kein Freund von Playbacks beim Musiktheater, weil hier die Musik zum anonymen Beiwerk degradiert wird. Musik ist genau so ein Erlebnis wie Schauspiel, und die Zuschauer möchten auch sehen, wie der Ton entsteht. Außerdem ist Livemusik flexibler, man kann den zeitlichen Ablauf von Ton und Schauspiel synchronisieren, und wenn was schiefgeht, kann man musikalisch eingreifen.

Der Kompromiss wird daher sein: zwei Live-Musiker, die zum Teilplayback spielen. Gesungen wird live, die Chöre (!) kommen per Video dazu, und so habe ich mich in den letzten Wochen darum gekümmert, mit was für einer Software die Audio- und Videoeinspielungen koordiniert werden können.

Die korrekte Bezeichnung für diese Art von Software scheint „Cue Player“ oder „Show Control“ zu sein, und die Anzahl der verfügbaren Produkte ist übersichtlich. Platzhirsch ist anscheinend QLab, welches allerdings nur auf dem Mac läuft. Der Markt auf Windows-Plattformen ist enttäuschend dünn. Ich habe mich für den auf den ersten Blick etwas hemdsärmlig zusammengestrickt wirkenden, aber anscheinend funktional exakt an meine Bedürfnisse gerichteten Cue Player Premium von BaxelData (Premium-Version mit Zusatzoption Video, USD 190,-) entschieden.

Anfängliche Probleme mit der deutschen Lokalisierung wurden von seinem Entwickler, dem überaus zuvorkommenden und mit herrlicher Selbstironie ausgestatteten Kanadier Dave Baxter, zügig behoben. Ich bin auf den Einsatz im Ernstfall gespannt. Im sicheren heimischen Arbeitsgemach macht der Cue Player auf jeden Fall schon mal eine gute Figur:

cueplayer

 

Musik, zwo drei!

Der erste vollständige Song hat den Summenausgang des Rechners verlassen: ein 70s-Disco-Titel mit dem Titel „Santa klaut’s“. Damit stellt der Weihnachtsmann sich vor; in der klassischen Oper trüge dieses Stück also die Bezeichnung „Die Arie des Weihnachtsmanns“, was herrlich daneben klingt.

cakewalk

Ein bisschen schwer zu singen ist das gute Stück ja; ich hoffe, ich bekomme dafür nicht die Rute vom Weihnachtsmann.