He lücht!

In dem Theaterstück wird es das klassische Rezitativ geben, also einen Erzähler, der die Szenen gesanglich miteinander verbindet. In unserem Piratenstück ist dies aber mitnichten der übliche unerträgliche Jammertenor wie aus dem Weihnachtsoratorium, sondern ein seebäriger „He Lücht“ – der traditionelle Hamburger Hafenrundfahrtsführer, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

In schönster und schmachtigster Shantyballade lügt der Barkassenführer sich durch das Abendprogramm, in steter schwelender Zwietracht mit seinem schlechtbezahlten Backgroundchor.

Vier der vermutlich sechs Rezitative sind bereits im Kasten!

rollinghome

Und jetzt alle: Rolling home, rolling home!

Master of Puppets

In „Unter aller Kanone“ wird es neben den Schauspielern auch eine Handpuppe geben. Vermutlich werden wir die Puppe selbst bauen, da sie etwas „speziell“ ist. Unser Anspruch ist, die Puppe lebendig und charaktervoll zu spielen. Es sind ja noch ein paar Monate hin, aber wir hatten uns gestern schon mal verabredet, und waren im Schmidt’s Tivoli bei dem wunderbaren Puppenspieler Martin Reinl, um mal zu spicken, wie der Profi es macht. Es war ein wunderbarer Abend, und wir haben uns viel abgeguckt!

Musik, zwo drei!

Der erste vollständige Song hat den Summenausgang des Rechners verlassen: ein 70s-Disco-Titel mit dem Titel „Santa klaut’s“. Damit stellt der Weihnachtsmann sich vor; in der klassischen Oper trüge dieses Stück also die Bezeichnung „Die Arie des Weihnachtsmanns“, was herrlich daneben klingt.

cakewalk

Ein bisschen schwer zu singen ist das gute Stück ja; ich hoffe, ich bekomme dafür nicht die Rute vom Weihnachtsmann.

Wie man aus sauberer Bergluft furchtbare Töne macht

Was für Musik passt zu einem Piratenstück? Klar, epochale dramatische Filmmusiken für Doppelorchester. Was noch? Ebenso logisch: Shanties und Seemannslieder! Und worauf spielt man die? Natürlich auf dem Schifferklavier. Auch genannt Quetschkommode, Akkordeon, oder eben „Gerät zur Umwandlung sauberer Bergluft in furchtbare Töne“.

Ich werde mir also in den folgenden Monaten vermutlich die Bedienung dieses Gerätes aneignen müssen. Glücklicherweise besitze ich ein Akkordeon, muss mir also keines kaufen. (Gute Güte, für die Dinger kann man schnell einen Tausender hinlegen!) Es ist zwar nur ein kleines — das alte Schülerinstrument meines Bruders –, aber für Seemanslieder wird es reichen.

akkordeon
Das Akkordeon ist nicht unbedingt das beliebteste aller Instrumente, aber immerhin ist es auch kein Banjo oder Dudelsack. Außerdem bin ich mit Shanties großgeworden, da ich aus einer Seemannsfamilie stamme, und berufsbedingt zuhause einige Schallplatten mit Titeln wie „Die besten Shanties der sieben Meere“ herumlagen.

Also, in die Tasten gegriffen, und dann gnade uns Neptun!

Sekundärliteratur

Natürlich gibt es im Internet genügend Literatur über Piraten. Aber aus einem völlig zerlesenen Second-Hand-Buch macht es einfach mehr Spaß. Wenn jetzt die Herausgeber noch vom seniorenunfreundlichen 6-pt-Schriftdruck abgesehen hätten, würde ich auch mehr als zwei Seiten pro Abend durchhalten. Aber, wie der Brite sagt: Worse things happen at sea. Arr!

piratenbuch

Happy birthday, Projektblog!

Man soll ja jeden Tag etwas zum ersten Mal tun. Ich habe mich entschlossen, ein Theaterstück zu schreiben, ein Weihnachtsmärchen. Praktischerweise steht das aufführende Theater bereits fest. Die Uraufführung wird gegen Ende November 2015 im Theater Wedel sein.

Da ich eine eigene Theaterproduktion in dieser Größenordnung noch nicht erlebt habe, möchte ich im Stile eines klassischen Projektblogs über den Fortgang berichten. Ich denke, auf dem Weg lauern viele Herausforderungen, die zweifelsohne irgendwie gelöst werden, und vielleicht erspare ich durch meine Ausführungen anderen Autoren ein paar Fallstricke.

Also, los geht’s!