Freibeuter-Matinee

Den Erstkontakt mit dem jüngeren Teil des künftigen Publikums hatten wir heute bei der Matinee zu unserem Theaterstück. Bei überladenem Kuchenbuffet stellte die interviewtrainierte Doris den anwesenden Kindern, Eltern und Großeltern unser Stück vor, indem sie Autor, Regisseur und Schauspieler befragte. Es wurden ein paar kleine Szenen gelesen, und auch das Akkordeon kam bei einem kurzen Rezitativ und dem Lied „Fische füttern (Das Lied von der Seekrankheit)“ zum Einsatz. Ganz besonders amüsierten die kurzen Gäste sich über das barsche Auftreten von MUTTI.

Danach wurde es technisch: wir haben im Saal mehrere Stunden lang die Audio- und Videotechnik verdrahtet und eingepegelt. Gottseidank war danach noch Kuchen übrig!

Piraten beim Poetry Slam

Heute durften wir — als Einheizer und außer der Konkurrenz — beim Poetry Slam im Wedeler BWC mitmachen. Mit einem kurzen Einleitungstext darüber, wie man als Eltern auf die Gretchenfrage der Kindererziehung („Papa, gibt es eigentlich den Weihanchtsmann?“) antworten sollte, wollten wir dem erwachsenen Publikum den Besuch eines Weihnachtsmärchens schmackhaft machen.

Zum Abschluss gab es den Weihnachtsmann-Rap vorgetragen als lyrischen Text, und dann konnten wir die übrigens qualitativ hervorragenden Beiträge der Wettkampfteilnehmer anhören, mit denen um die traditionelle Trophäe, den „Wedel-Schädel“ gerungen wurde.

Respect the poet! Hisst die Anker! Arrh!

Boing! Bumm! Tschack!

Juhuu, gestern sind die ersten Reinzeichnungen für die Comic-Video-Einspielungen eingetroffen.comic-finalDie wunderbare Silvia von grafixon, Illustratorin und nebenbei großer Comic-Fan, hat wieder einmal ihr Talent gezeigt, aus einer Geschichte und ein paar dahingekritzelten Skizzen genretreu und dabei kindgerecht tolle lebendige Bilder zu schaffen.

Die Idee ist, eine Szene, die im Theater knifflig darzustellen wäre — nämlich den Untergang des Piratenschiffs — in einer humorvollen und mit kindlicher Ästhetik aufnehmbaren Form darzustellen. Und da Action-Comics in unserem Stück eh eine Rolle spielen, bot sich hier eine musikalisch untermalte Comicdarstellung an.

Das dahingeklierte Scribble, das als Vorlage für das obige Bild diente, sieht übrigens so aus:

comic-scribble

Danke, Silvia!

Die Plasma-Harpune: Eine Kill-O-Zap mit Schwächen

Man sagt, das Internet sei voll von Anleitungen zum Bau von Waffen. Nun, ich habe noch keine gesehen, aber ich will meine Anleitung beisteuern: hier ist die Anleitung zum Bau der Plasma-Harpune.

Die Plasma-Harpune ist die beeindruckendste Waffe unseres Comic-Helden Captain Seadragon, und sie wird bezeichnet als die „gefährlichste Waffe auf den Sieben Weltmeeren, deren Feuerkraft sogar Felsen zerschmettern kann“.

Wie gestaltet man diese Waffe? Sie soll natürlich fiese aussehen. Douglas Adams gibt Waffendesignern dafür in seinem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ den folgenden Tipp:

Der Designer dieses Kill-O-Zap Gewehres war ganz offensichtlich nicht angewiesen worden, beim Entwerfen wie die Katze um den heißen Brei herumzugehen. „Mach es böse“, hatte man ihm gesagt, „Mach absolut klar, dass dieses Gewehr eine richtige und eine falsche Seite hat. Mach jedem, der auf der falschen Seite steht, klar, dass die Dinge für ihn schlecht stehen. Wenn das heißt, überall Stacheln und Spitzen und geschwärzte Eisen daran anzubringen, dann soll’s mir recht sein. Das ist kein Gewehr zum Über-den-Kamin-hängen oder zum In-den-Schirmständer-stellen, das ist ein Gewehr, mit dem man rausgeht und Leute unglücklich macht.

Das ist eine hervorragende Anleitung. Jedoch, auf die Gefahr hin, einen zentralen Teil des Plots unseres Theaterstücks zu spoilen: Herausragende Eigenschaft der Plasma-Harpune ist gerade ihr schwerer Designfehler, dass man eben nicht auf den ersten Blick sehen kann, wo die „richtige“ und die „falsche“ Seite (aka „vorne“ und „hinten“) ist.

Bei der Gelegenheit ein Verweis auf die wunderbaren Kunstwerke auf Budget Raygun. Sollte ich irgendwann mal mit einer außerirdischen Invasion die Welt unterwerfen, dann tue ich dies mit einer Vennoot Universal, oder mit einer C.G. Conn Gideon.

In Szene geknipst

Anlässlich der Vorbereitungen für die Pressemitteilung haben wir heute mal ein paar Probenfotos geschossen. Nur teilweise kostümiert und in einem komplett anderen Bühnenbild, aber was soll’s. Anschließend gingen bereits die ersten Bestellungen für das „Captain-Seadragon“-T-Shirt ein.

Seeleute im Grünen

Am Wochenende war Videodreh für den Seemannchor, der bei einigen Songs auf die Bühne projiziert wird. Gleichzeitig war das unser erster Versuch, das Greenscreen-Verfahren beim Videodrehen auszuprobieren. Wir drehen also den Chor vor einer grünen Wand, und können dann später den Hintergrund austauschen. Das funktioniert selbst mit dem vergleichsweise günstigen Premiere Elements ganz hervorragend.

So blieb dann unserem Seemannschor der Videodreh bei Sturm in der Deutschen Bucht (links) erspart, stattdessen saßen sie warm auf der Bühne (rechts).

gruenchor

Update Januar 2016: Zwei der Seemannschor-Videos wurden in Trailern verwurstet, bitteschön:

Ich kleb’s an jede Wand!

Die Plakate sind im Druck und werden in Kürze Wedel, Hamburg und den Erdenball schmücken. Es gab noch ein kurzes Hin- und Her, ob man das gefährliche M-Wort („Musical“) verwenden sollte, wir haben uns dann dagegen entschieden. Und so sieddas aus:

piraten_plakat

Cue Player Shootout

In unserem Theaterstück werden einige Musikstücke komplett live gespielt werden, die sehr unterschiedlichen Stile der Musiken würden aber so viele Musiker erfordern, dass Platz, Budget und Auslastung einfach nicht zusammenpassen. Ich bin nun kein Freund von Playbacks beim Musiktheater, weil hier die Musik zum anonymen Beiwerk degradiert wird. Musik ist genau so ein Erlebnis wie Schauspiel, und die Zuschauer möchten auch sehen, wie der Ton entsteht. Außerdem ist Livemusik flexibler, man kann den zeitlichen Ablauf von Ton und Schauspiel synchronisieren, und wenn was schiefgeht, kann man musikalisch eingreifen.

Der Kompromiss wird daher sein: zwei Live-Musiker, die zum Teilplayback spielen. Gesungen wird live, die Chöre (!) kommen per Video dazu, und so habe ich mich in den letzten Wochen darum gekümmert, mit was für einer Software die Audio- und Videoeinspielungen koordiniert werden können.

Die korrekte Bezeichnung für diese Art von Software scheint „Cue Player“ oder „Show Control“ zu sein, und die Anzahl der verfügbaren Produkte ist übersichtlich. Platzhirsch ist anscheinend QLab, welches allerdings nur auf dem Mac läuft. Der Markt auf Windows-Plattformen ist enttäuschend dünn. Ich habe mich für den auf den ersten Blick etwas hemdsärmlig zusammengestrickt wirkenden, aber anscheinend funktional exakt an meine Bedürfnisse gerichteten Cue Player Premium von BaxelData (Premium-Version mit Zusatzoption Video, USD 190,-) entschieden.

Anfängliche Probleme mit der deutschen Lokalisierung wurden von seinem Entwickler, dem überaus zuvorkommenden und mit herrlicher Selbstironie ausgestatteten Kanadier Dave Baxter, zügig behoben. Ich bin auf den Einsatz im Ernstfall gespannt. Im sicheren heimischen Arbeitsgemach macht der Cue Player auf jeden Fall schon mal eine gute Figur:

cueplayer